Rheinbach nutzt seine Gewerbeflächen aktiv und schafft neue Arbeitsplätze sowie Einnahmen für die Stadt. In Meckenheim hingegen bleibt der Unternehmerpark Kottenforst trotz jahrelanger Planung weitgehend ungenutzt – mit Folgen für Steuereinnahmen und Bürger.
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Rheinbach treibt die Entwicklung seines rund 60 Hektar großen Gewerbegebiets Wolbersacker zielstrebig voran. Dort entsteht derzeit eine neue Logistikhalle des Unternehmens DHL mit rund 27.000 Quadratmetern Fläche, die bereits im August in Betrieb gehen soll. Bürgermeister Daniel Phiesel will die Stadtkasse durch Steuereinnahmen aufbessern und erwartet von diesem Projekt neue Arbeitsplätze sowie langfristig höhere Einnahmen für die Stadt. Das Beispiel zeigt, dass Projekte zügig umgesetzt werden können, wenn Flächen bereitstehen und die Rahmenbedingungen für Unternehmen attraktiv gestaltet sind. Die neue Halle wird nach hohen Nachhaltigkeitsstandards gebaut, unter anderem mit Wärmepumpen, moderner Dämmung sowie einer großen Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher.
Während Rheinbach vergleichsweise schnell baut und Flächen nutzt, bleibt der Unternehmerpark Kottenforst in Meckenheim seit Jahren unterentwickelt. Kritik an der langsamen Vermarktung wird häufig reflexhaft mit dem Hinweis auf „große graue Hallen“ beantwortet, die angeblich die Ansicht verschandeln und kaum Steuern bringen. Zudem wird die Attraktivität des Weges – als „Tor nach Meckenheim“ – immer wieder polemisch hervorgehoben. Hier stellt sich die Frage, wie attraktiv ein Unternehmerpark mit seinen Firmen sein soll, ob dies durch grüne Bepflanzung optisch ausgeglichen werden kann und wie dies im Verhältnis zur finanziell angespannten Situation Meckenheims zu bewerten ist.
Wenn man auf die passenden Unternehmen wartet, bleiben mögliche Gewerbesteuereinnahmen weiterhin aus, während die Stadt gleichzeitig mit steigenden Kosten zu kämpfen hat. Es stellt sich die Frage, ob eine Grundsteuererhöhung wirklich „ultimo ratio“ war und welche beschlussfähigen Vorschläge die Politikerinnen und Politiker seit der enormen Grundsteuererhöhung 2023/2024 eingebracht haben. Gerade wenn steigende Mieten die Bürgerinnen und Bürger belasten und künftig freiwillige Leistungen gekürzt werden müssen, sollten die Entscheidungsträger Abstand von Schaufensterpolitik nehmen – bei der immer wieder nur nachgefragt wird, wie der aktuelle Vermarktungsstand des Unternehmerparks ist, sich damit aber nichts ändert.
📌Hürden im Unternehmerpark Kottenforst
- Für die Bewerbung ist ein komplettes Architektenkonzept Pflicht – Kostenpunkt ca. 30.000 €. Eine Ideenskizze genügt nicht.
- Nachhaltige Holzbauweise ist verpflichtend – technisch und finanziell für viele Mittelständler schwer umsetzbar.
- Banken bewerten Holzbauprojekte teilweise zurückhaltender, was die Finanzierung zusätzlich erschwert.
- Bevorzugung von Mitgliedern des Vereins „Bio Innovation Park Rheinland“, dessen Vorsitz der frühere Bürgermeister, Bert Spilles, innehat – und der das Konzept einst mitentwickelte.
Diese Anforderungen wirken insgesamt als Bremsklotz für die wirtschaftliche Nutzung der Flächen.
Das Argument, dass man mit der Vermarktung nicht sofort Gewerbesteuern erzielen könne, greift zu kurz. Tatsächlich entstehen diese Einnahmen oft erst nach einigen Jahren, etwa weil Investitionen zunächst steuerlich abgeschrieben werden. Wer heute darauf wartet, übersieht jedoch den entscheidenden Punkt: Ohne Ansiedlungen beginnen diese Jahre niemals, und die Stadt verzichtet auf Einnahmen und wirtschaftliche Impulse. Dennoch schaffen Ansiedlungen, sobald sie stattfinden, Arbeitsplätze, Investitionen und wirtschaftliche Aktivität – und sorgen vor allem dafür, dass vorhandene Gewerbeflächen genutzt werden.
⚖️Kritische Lage und Verantwortung
Noch vor wenigen Monaten hatte Bürgermeister Sven Schnieber in seinem Wahlkampf angekündigt, den Unternehmerpark effizient zu füllen und die Kriterien für Ansiedlungen zu überprüfen. Er wollte die schleppende Vermarktung zu seinem „Topthema“ machen und seine Kompetenz sowie Netzwerke einbringen, um die Flächen besser zu vermarkten. Mit seiner jüngsten Aussage im Interview mit dem Generalanzeiger Bonn: „Wir wollen unser letztes Filetstück so gut wie möglich verkaufen“, bremst er jedoch die Hoffnung auf eine schnellere Vermarktung. Die Ergebnisse des „entschlackten“ Kriterienkatalogs sollten ursprünglich Anfang März im zuständigen Ausschuss vorgestellt werden. Mittlerweile befinden wir uns in der Monatsmitte, und die Bürgerinnen und Bürger warten gespannt auf konkrete Entscheidungen.
Die Überarbeitung des Kriterienkatalogs bleibt dringend erforderlich. Gleichzeitig kann Meckenheim es sich angesichts der angespannten Finanzlage nicht mehr leisten, weitere Jahre auf das „passende“ Unternehmen zu warten. Nur wenn beides konsequent umgesetzt wird, lassen sich die Gewerbeflächen wirtschaftlich nutzen, langfristige Einnahmen sichern, Investitionen anziehen und Planungssicherheit herstellen.
Wir werden wieder anlassbezogen berichten, sobald die Ergebnisse der geplanten Änderungen vorliegen.
Quellen:
General-Anzeiger vom 16.05.2025:
https://ga.de/region/voreifel-und-vorgebirge/meckenheim/wahl-dafuer-stehen-die-meckenheimer-buergermeisterkandidaten_aid-127696257
General-Anzeiger vom 19.05.2025:
https://ga.de/region/voreifel-und-vorgebirge/meckenheim/meckenheim-bonntech-zieht-in-den-unternehmerpark-kottenforst_aid-127703569
blick-aktuell vom 02.09.2025:
https://www.blick-aktuell.de/Politik/Fahrplan-fuer-die-ersten-hundert-Tage-638251.html
General-Anzeiger vom 23.02.2026:
https://ga.de/region/voreifel-und-vorgebirge/meckenheim/diese-bilanz-zieht-der-neue-buergermeister-von-meckenheim_aid-144181381#-Unternehmerpark
General-Anzeiger vom 06.03.2026:
https://ga.de/region/voreifel-und-vorgebirge/rheinbach/neue-dhl-logistikhalle-rheinbach-hofft-auf-gewerbesteuer_aid-144353093
Wann wird endlich mal so schlau sein, die bisherigen Kriterien für die Ansiedlung von Interesse Firmen die ein Grundstück suchen zu ändern ? Und das so in bzw für Meckenheim die Gewerbesteuer flöten geht. Und andere Kommunen sich freuen und die Hände reiben, auf die dortigen zukünftigen Einnahmen in die Stadt oder Gemeindekassen. Hätten wir seit dem Bestehen des Parks solche Kriterien nicht, wäre der Park heute ausgelastet mit niedergelassen interessierte beUnternehmen, hätten wir auch keine klame Stadtkasse und auch keine Steuerlichen Belastung der Meckenheimer Bürger. Durch die fehlenden Einnahmen kann man bekanntlich keine großen Sprünge sich mehr erlauben. Aber hätten wir diese Jahr für Jahr, könnten wir uns auch das ein oder andere Leisten. In Bildung Kultur Soziales Sicherheit und auch am Stadtbild. Rheinbach baut für ca. 20 Mio. € eine Zukunftsfähige Feuerwache im Am Wolbersacker. Auch dann wenn auch dort die Stadtkasse ( etwas ) leer ist. Rheinbach baut auf sein/e Gewerbegebiete und deren verfügbaren Flächen. Damit unsere sympathische Nachbarstadt Rheinbach sich dies leisten kann. Wir dagegen kucken dabei seit Jahren in die Röhre oder eher gesagt Neidisch nach Rheinbach oder in andere Kommunen….